Donnerstag, 14. Dezember 2017
Notruf: 112

Führungsgruppe

Entstehung der Führungsgruppe

Um bei größeren Schadenslagen eine Führungsorganisation entsprechend der FwDV 100 zu gewährleisten, wurde 2003 damit begonnen im Alb-Donau-Kreis eine einheitliche Struktur in Form von Führungsgruppen (FüGr) aufzubauen.

Dazu wurde der Alb-Donau-Kreis in verschiedene Bereiche eingeteilt. Innerhalb sämtlicher Bereiche sollten die Feuerwehren eine Führungsgruppe aufbauen, die bei größeren Bränden oder Hilfeleistungen in den Nachbarbereich oder in die Raumschaft ausrückt. Es sollte gewährleistet werden, dass die im Einsatz befindliche Feuerwehr personell entlastet wird und keine eigenen Kräfte gebunden sind.

Aufgaben der Führungsgruppe

Die Führungsgruppe hat die Aufgabe den Einsatzleiter vor Ort zu unterstützen und zu entlasten. Dies geschieht vor allem durch die praktische Umsetzung der Entscheidungen des Einsatzleiters z.B. Abschnittsbildung, Nachforderung weiterer Kräfte und Behörden usw. Daneben sind auch die Koordinierung des gesamten Funkverkehrs zwischen Leitstelle, Einsatzstelle und Einsatzabschnitten inkl. der Kanaltrennung, die Dokumentation des gesamten Einsatzablaufes, das Erstellen einer Stärkeübersicht, das Führen einer Lagekarte, das Schaffen von Bereitstellungsräumen, die Erledigung von Arbeitsaufträgen und die Bereitstellung von Atemschutzgeräteträgern und -geräten wichtige Aufgaben der FüGr. Außerdem stellt die Führungsgruppe den Anlaufpunkt für alle nachrückenden Kräfte und Organisationen dar.

Funktionen innerhalb der Führungsgruppe

Die Führungsgruppe gliedert sich in folgende Funktionen:

  • Führungsgruppenleiter
  • Dokumentation
  • Funker 4m
  • Lagekartenführer
  • Übergeordnete Atemschutzüberwachung
  • Mehrere Abschnittsfunker 2m

Bei einer entsprechenden Einsatzgröße sollte die FüGr mit mindestens 9 Personen besetzt sein, da meist mehrere Abschnittsfunker benötigt werden.

Alarmierung der Führungsgruppe

Die Alarmierung erfolgt entsprechend der Alarm und Ausrückeordnung (AAO) automatisch ab dem Einsatzstichwort Brand 3 / Hilfeleistung 3. Außerdem hat der Einsatzleiter jederzeit die Möglichkeit die FüGr nachzufordern, da die Alarmierung über ein gesondertes RIC (Digitale Melderschleife) erfolgt.

Bereits ab einem Einsatz in Zugstärke wird von der jeweiligen Feuerwehr selbst ein so genannter Führungstrupp eingesetzt, der dann allerdings nur die Bereiche Funk und Einsatzdokumentation abwickelt. Seit dem Frühjahr 2009 werden allerdings im Unterschied zu den Anfängen nur noch die örtlichen Führungsgruppen alarmiert, die Alarmierung in den Nachbarbereich findet nur in Ausnahmefällen statt.

Struktur der Führungsgruppe

Die Führungsgruppe der Feuerwehr Munderkingen besteht derzeit aus insgesamt 22 Feuerwehrangehörigen. Davon sind 9 Angehörige der Feuerwehr Munderkingen und 8 von der Nachbargemeinde Rottenacker gestellt. Im Laufe der Zeit hat sich dann gezeigt, dass weitere Zugführer notwendig sind, um auch die Führungskräfte von der Feuerwehr Munderkingen zu entlasten. Deshalb sind mittlerweile auch 2 Zugführer aus Obermarchtal, 1 Zugführer aus Untermarchtal, 1 Zugführer aus Oberstadion und 1 Zugführer aus Grundsheim Mitglied der Führungsgruppe.

Diese Zusammenarbeit hat den großen Vorteil, dass dadurch auch tagsüber immer genügend Kräfte zur Verfügung stehen und die Feuerwehr Munderkingen nicht in ihrer Funktion als Stützpunktfeuerwehr geschwächt wird, da sie meist ebenfalls als Unterstützung alarmiert wird.

Bisherige Bilanz

Seit der Feststellung der Einsatzbereitschaft im Frühjahr 2005 konnte die Führungsgruppe der Feuerwehr Munderkingen ihre Leistungsfähigkeit bereits bei zahlreichen schwierigen Einsätzen unter Beweis stellen. Unter anderem konnten Großbrände wie die bei der Firma Enderle in Obermarchtal (2005), im Eloxalwerk Ehingen (2006), bei der Firma Haid in Rottenacker (2006), bei der Firma Braig in Ehingen (2006), die Brände in der Munderkinger Altstadt (2008 u. 2009) und der Großbrand bei der Firma Puren in Obermarchtal (2010) erfolgreich abgearbeitet werden.

Die Einführung der Führungsgruppen hat sich bis heute mehr als bewährt und wird auch in Zukunft bei schwierigen Einsätzen unverzichtbar sein.

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