Dienstag, 10. Dezember 2019
Notruf: 112

Übung Führungshaus



Rund 130 Feuerwehrleute im Einsatz und rund 30 Personen im sogenannten Führungshaus haben am Montagabend miteinander den Ernstfall geübt. Thomas Ibach, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr in Munderkingen und Leiter des dortigen Führungshauses, hatte die Übungslage entwickelt. Dabei wurde als „Großschadensereignis“ ein Unwetter angenommen, das im Bereich der Munderkinger Verwaltungsgemeinschaft (VG) dazu führte, dass die Wehren zu 60 Einsätzen alarmiert werden mussten.

Ab fünf Einsätzen innerhalb der VG werde das Führungshaus alarmiert, um die Einsätze zu koordinieren und die Leitstelle zu entlasten, erklärte Ibach. „Für das Führungshaus werden in der Regel die Kommandanten und stellvertretende Kommandanten aus allen Wehren der VG alarmiert“. An der Übung am Montag nahmen acht Wehren teil, zum ersten Mal wurde der Krisenstab der Stadt Munderkingen übungshalber alarmiert und wie im Ernstfall waren Ralf Storf und Stefan Rademacher vor Ort, um das Führungshaus als Fachberater des THW zu unterstützen.

Den Krisenstab der Stadt besetzten Waldemar Schalt als Vertreter von Bürgermeister Michael Lohner, Hauptamtsleiterin Birgit Müller, Florian Stöhr vom Ordnungsamt, Bauhof-Chef Kurt Fues und der Leiter des VG-Bauamts Roland Kuch. Die Leitung des Führungshauses übernahm am Montag Munderkingens Feuerwehrkommandant Joachim Enderle, der im Schulungsraum von Schreibern, Boten und Lagekarten-Führern unterstützt wurde.

Für jede VG-Gemeinde wurde eine Lagekarte aufgehängt, an der die jeweiligen Kommandanten die Einsätze in ihren Bereichen koordinierten. Und weil bei Großereignissen nicht mehr gefunkt wird, kamen die einzelnen Alarmierungen per „Alarm-Fax“ in der Munderkinger Leitstelle an und wurden durch „Boten“ ins Führungshaus weitergegeben. Um vor Ort den Verlauf des Unwetters zu kennen, wurde das Wetterradar ins Führungshaus übertragen.

Alarmierungen im Sekundentakt

Dann liefen im Minuten- und Sekundentakt die Alarmierungen ein. Die reichten von unzähligen überschwemmten Kellern und umgefallenen Bäumen bis zu wetterbedingten Verkehrsunfällen. Mit hoher Priorität wurde ein Unfall bewertet, bei dem ein Baum auf ein Auto gefallen war und zu dem die Munderkinger Wehr ausrückte. Angesichts der angespannten Gesamtlage bekamen die Meldungen einer Katze auf einem Baum, verschmutzter Fahrbahnen und einiger Entenküken im Gulli zunächst weniger Aufmerksamkeit. Der angenommene Stromausfall in Munderkingen beschäftigte den Krisenstab, der sich um Infos für die Bürger kümmern und – sollte der Ausfall länger anhalten – um Decken, Unterkünfte oder wärmende Getränke kümmern musste. Per Aggregat wurde die Arbeitsfähigkeit des Führungshauses trotz Stromausfall sichergestellt und als die Munderkinger Wasserversorgung vom fehlenden Strom betroffen war, kam das THW zum Einsatz und stellte ein Aggregat zur Stromerzeugung zur Verfügung.

Zwischendurch mussten die Wehrmänner im Munderkinger Feuerwehrhaus übungshalber eine verschlossene Tür öffnen, um eine hilflose Person zu retten und das Führungshaus musste sich um Benzin für die Einsatzfahrzeuge kümmern, weil wegen des Stromausfalls in Munderkingen nicht mehr getankt werden konnte.

Nach rund zwei Stunden stellte Thomas Ibach fest, dass die Zusammenarbeit im Munderkinger Führungshaus gut geklappt hat. „Nach einem hitzigen Anfang, eben wie bei echten Einsätzen, ist die Übung routiniert abgelaufen“, betonte Joachim Enderle, der das Führungshaus am Montag geleitet hat. „Alle auftretenden Probleme waren schnell im Griff und die Zusammenarbeit der Wehren, aber auch mit dem THW und dem Munderkinger Krisenstab haben gut geklappt“. Vize-Bürgermeister Waldemar Schalt dankte den Wehrleuten für „eine sehr gut gelungene Übung“ und betonte, dass viele Räder ineinander greifen müssen, um im Ernstfall wirkungsvoll helfen zu können. „Die Wehren in unserer Raumschaft sind auf die verschiedensten Bedrohungs-Szenarien bestens vorbereitet und für den Ernstfall gerüstet“, sagte Schalt.

Quelle: Schwäbische Zeitung






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